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BTTB (Tillig) BR 86 frisiert

br86-profil

Die BR86 ist eigentlich eine schöne Nebenbahnlokomotive... Die Konstruktion ist leider auf dem Stand der 70er Jahre stehen geblieben, das Gehäuse ist recht gut, aber die dampfrohrstarken Lichtleiter, der fehlende freie Durchblick unter dem Kessel und die Steuerung gehören nicht zu den Glanzlichtern.

Um die Fahreigenschaften zu verbessern, habe ich anfangs das Umbaugetriebe von Bogusch für BR56/86 verwendet, das leider so, wie in der Anleitung beschrieben, nicht eingebaut werden konnte. Das Lagerschild hat einen Kragen, der zu dick ist, um zwischen Lagergehäuse und Ballast zu passen, es musste etwa 1/2 mm abgefeilt werden. Durch dieses Getriebe wird die Höchstgeschwindigkeit etwa halbiert. Die Loklaternen werden durch gelbe Micro-LED ersetzt, ich kann mit dem Funzellicht ganz gut leben, die weißen LED mit ihrem Blaustich finde ich viel schrecklicher. Nachdem diese Bilder entstanden, habe ich noch einen Faulhabermotor eingebaut und den Lenz-Dekoder durch einen DCX73 ersetzt. Leider ist das laute Getriebegeräusch (von der langen Schneckenwelle) nicht verschwunden, aber das Fahrverhalten ist ansonsten fantastisch.

Die Stromabnehmerfedern liegen auf der Lauffläche der Räder auf, verschmutzen daher sehr schnell und dann macht das Fahren mit der Lok keine rechte Freude mehr. Ich habe daher zusätzlich noch aus 0.3mm Bronze-Federdraht Kontaktfedern angelötet, die von innen am Spurkranz schleifen.

Für die "richtigen" Loklaternen werden zunächst einmal die Lichtleiter und die Fassung auf dem Ballastgewicht entfernt. Die Laternengehäuse werden von innen weiß ausgelegt. Aus 0.5mm-Streifenleiterplatte werden 4 kleine "Rückwände" für die Laternen angefertigt, auf die je eine gelbe 1mm-Micro-LED und zwei Anschlußdrähte aufgelötet werden.

BR86: vormontierte Laternen und Ätzteile

Die Anoden der LEDs müssen dabei in die gleiche Richtung zeigen (also nicht spiegelbildlich), sie werden in Reihe geschaltet. Rückwand und LED müssen bündig von hinten in die Laternengehäuse passen. Die Trittbleche unter der Rauchkammertür und im Führerhaus werden entfernt, die Haltefedern für die Kupplung entfernt und im Rahmenvorderteil wird für den Draht ein Schlitz gefeilt.

Die Rangiertritte werden vorgebogen und an der Pufferbohle fixiert, der jeweils äußere Anschlußdraht wird so gebogen, daß er unter das Verbindungsblech der Rangiertritte gelötet werden kann. Gelötet habe ich über ein 2x2mm-Kiefernstabstückchen, damit die Pufferbohle nicht verschmort. Bei den vorderen Laternen habe ich an jedem Kabel je einen 1.6kOhm-Widerstand verwendet, damit der Decoder und die LED bei einem Kurzschluß des Rangiertrittes zum Gleis nicht beschädigt werden.

BR86: Motor und Decodermontage
Die beiden inneren Anschlußdrähte werden in den Schlitz gelegt und abgelängt, daran wird jeweils ein 10cm langes Stück Litze angelötet. Das Gebilde wird dann an der Pufferbohle mit Zweikomponentenkleber befestigt, zur Isolation gegen das Trittblech wird auch der Schlitz mit Kleber aufgefüllt und geglättet. Der Decoder wird, wie zu sehen, unter dem Motor eingebaut.

BR86: Kabelführung an der Rauchkammerstütze
Das Blech wird wieder befestigt, die Litze wird möglichst unauffällig an der Rauchkammerstütze hoch- und über das Ballastgewicht zum Dekoder unter den Motor geführt. Dort, wo zuvor die Lampenfassung war, werden die Vorwiderstände (je 1.6 kOhm für 6mA, bringt ausreichende Helligkeit) in das Kabel gelötet. Für die hinteren Laternen wird der Vorwiderstand direkt zwischen die Laternenrückwände gelötet und das Ganze ebenfalls mit Zweikomponentenkleber fixiert.

BR86: freier Durchblick unter dem Kessel
Das Ballastgewicht wurde unter dem vorderen Teil des Wasserkastens bis auf die Höhe der Rauchkammertür rund abgefeilt, so daß zwischen Rahmen und Kessel der Durchblick möglich ist. Die Schwinge habe ich nach innen verlegt, bei den neueren Modellen ist sie da schon, ich habe den Niet abgeschliffen und aus 1mm-Messingrohr und 0.5mm-Messingdraht einen Kragenbolzen angefertigt, ein kleines Stück Papier, die Schwinge und wieder ein Stück Papier aufgesteckt, das Ganze von innen in den Steuerungsträger eingefädelt (dazu musste der ein bisschen aufgebogen werden), dann von aussen verlötet (ich nehme dazu Fittingslötpaste, die wird nach dem Löten einfach mit Wasser abgewaschen). Die Papierstückchen, die als Platzhalter dienen, damit das Ganze beweglich bleibt, werden wieder herausgezogen. Nun ist die gesamte Steuerung innerhalb der Flucht Wasserkasten/Zylinder und steht seitlich nicht mehr so weit vor. Eine geätzte wäre natürlich noch schöner...

BR86: Material und Werkzeuge für den NEM-Schacht

BR86: NEM-Schacht
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Die Vor- und Nachläufer kriegen aus MS-L-Profil 4x2 und MS-U-Profil 3x1.5mm (alles von Conrad) je eine Halterung für die Kupplungsaufnahme (NEM-Schacht, Gützold Ersatzteil Nr. 72100-57 für die BR65.10 TT). Die Rastnasen der Kupplungsaufnahme müssen etwas abgeschrägt werden, damit sie waagerecht liegen und oben mit dem Vorläufer-Rahmen und vorn mit dem Bahnräumer bündig eingebaut werden können.

BR86: Deichsel mit Kupplungsaufnahme
Die Messingteile werden verlötet und in die Vor- und Nachläufer mit Zweikomponentenkleber eingeklebt, danach lackiert. Danach werden die Kupplungsaufnahmen eingeschoben und hinten ebenfalls mit Zweikomponentenkleber fixiert.

BR86: Zeichung der Kupplungsaufnahme
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BR86: fertig montierte Deichseln

BR86: Vorlaufachsen-Befestigung

BR86: Frontansicht
Durch die lange Deichsel von Vor- und Nachläufer verhält sich das Teil fast wie eine Kurzkupplungskulisse. Bei der Gelegenheit erhielt die Lok auch noch neue Puffer aus Metall. Nachteilig war, daß der Vor- und Nachläufer bei stärkerer Zug- oder Schublast im Bogen zur Entgleisung neigte. Daher habe ich die Deichseln durchbohrt und mit den Bodenschrauben am Lokrahmen befestigt. Die Griffstangen habe ich aus 0.5mm-Messingdraht gebogen und verlötet, sie sind mit Messingbraun gebeizt. In den Umlauf werden links und rechts ca. 1 mm vom vorderen und äusseren Rand entfernt je ein 0.5mm-Loch gebohrt (mit einem Bohrklöbchen), mit einer Stecknadel etwas Sekundenkleber eingebracht und die Griffstangen dann von oben eingeschoben, so daß die Oberkante der Wasserkästen und die Griffstangen-Oberkante in der Flucht liegen. Danach mit einem Seitenschneider der unter dem Umlauf überstehende Rest abgekniffen und mit einer Schlüsselfeile geglättet. Zuletzt wird noch lackiert: Pufferhülsen, Luftbehälter, Wasserkastenunterseite, Rangiertritte und Steuerungsträger rot, Laternen, Umlauf, Ballast schwarz